Die Decke des Schweigens

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Produktinformationen "Die Decke des Schweigens"

Sehr wahrscheinlich sind Sie mehr von der "Decke des Schweigens" betroffen, als Sie denken.

Die "Decke des Schweigens" wird von Generation zu Generation weitergegeben und verhindert Versöhnung, Heilung und Wiederherstellung - bei uns persönlich, in Familien, in Kirchen und Gemeinden sowie in Städten und Nationen.

Die meisten Familien in Deutschland leben - ohne es zu merken - unter einer "Decke des Schweigens". Sie sind die Kinder und Enkel der Kriegsgeneration und tragen die schuldhaften Verstrickungen, traumatischen Erfahrungen sowie die Flucht und Vertreibung dieser Generation heute noch mit sich herum. Ihr gemeinsames Kennzeichen ist das Schweigen. Viele gehen durch endlose Wüsten, ohne dass sich für sie eine Veränderung abzeichnet.

Steckt das Schweigen der Kriegsgeneration zum Holocaust immer noch in unseren Knochen? So sehr sich viele Christen in Deutschland auch wünschen, dass das Kapitel des Nationalsozialismus endlich abgeschlossen wird und nicht immer wieder neu ins Blickfeld gerät - es entspricht leider nicht der Realität.

Gehören wir, ohne es gemerkt zu haben, schon wieder zur "schweigenden Mehrheit" und haben dem Geist dieser Zeit nichts mehr entgegenzusetzen? Gibt es einen Weg, wie wir in unseren Städten und in unserer Nation geistliche Durchbrüche und tiefgreifende Veränderungen erzielen können?

Ausgehend von den eigenen biografischen Erfahrungen in Tübingen - einer Universitätsstadt, die zur Zeit des Nationalsozialismus eines der ideologischen Zentren war, aus dem Exekutoren und Massenmörder hervorgingen - beleuchtet Jobst Bittner aus biblisch-theologischer, kirchengeschichtlicher und psychologischer Sicht, was die "Decke des Schweigens" ausmacht und wie wir sie durchbrechen können.

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Stellungnahme zu Peter Loth und dessen Geschichte im Buch "Die Decke des Schweigens"

In der Berichterstattung über den Strafprozess des Hamburger Landgerichts gegen den ehemaligen KZ-Wachmann Bruno D. recherchierte der SPIEGEL die Geschichte von Peter Loth, der im Prozess als Zeuge und Nebenkläger auftrat. Dabei stellte sich heraus, dass Peter Loth offenbar wesentliche Teile seines Lebenslaufs falsch dargestellt hat. 

Peter Loth war zwischen 2007- 2012 bei fünf Märschen des Lebens als Zeitzeuge dabei und hat auf den Veranstaltungen gesprochen. Peter Loths Geschichte war vom United States Holocaust Memorial Museum in Washington anerkannt gewesen und seine Großmutter Anna Loth als Holocaustopfer in Yad Vashem registriert.

Leider wurden wir von Peter Loth über wesentliche Teile seiner Geschichte getäuscht, so wie auch das Gericht in Hamburg und zahlreiche andere christliche Veranstalter, die ihn als Sprecher eingeladen hatten. Dennoch überwiegt das Mitgefühl für die tragische und schmerzhafte Geschichte von Peter Loth, bei dem sich auf seiner Suche nach Identität wohl Fiktion und Wahrheit vermischt haben. Wir haben versucht Peter Loth zu kontaktieren und ihn um eine Stellungnahme gebeten.

In seinem Buch „Die Decke des Schweigens“ erwähnt Jobst Bittner, neben zahlreichen anderen Zeugnissen und Geschichten von Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen, den in wesentlichen Teilen falschen Lebenslauf von Peter Loth auf den Seiten 121-126. In kommenden Auflagen des Buches werden diese Angaben korrigiert. In der jetzigen Auflage wird mit einem Einleger in jedem Buch auf den Sachverhalt hingewiesen. 

Wir weisen nachdrücklich unlautere Versuche zurück, den Vorfall Peter Loth gegen die Erinnerungs- und Aufarbeitungsarbeit der Marsch des Lebens Bewegung zu instrumentalisieren. Die Marsch des Lebens Bewegung hat seit 2007 hunderte von Veranstaltungen und Märsche mit insgesamt mehreren hundert Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen durchgeführt, darunter mit dem kürzlich verstorbenen Schriftsteller György Konrád in Budapest oder dem ebenfalls inzwischen verstorbenen bekannten Journalisten Noah Klieger in Israel.

Die eigentlichen Leidtragenden von Peter Loths Geschichte sind die Holocaustüberlebenden und jüdischen Zeitzeugen, insbesondere die Prozessbeteiligten in Hamburg. Sie werden wieder zum Opfer, da durch die große Aufmerksamkeit, die durch den Vorfall auf Peter Loth gezogen wird, von der eigentlich relevanten Thematik - dem fürchterlichen KZ Stutthoff und der Schuld der Täter - abgelenkt wird. Wir stehen den Holocaustüberlebenden gegenüber weiterhin in der Verantwortung, die „Decke des Schweigens“ zu zerbrechen und unsere Stimme gegen jede Form von Antisemitismus und Judenhasss zu erheben.

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